Drei Linden

   
 

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Geschichte

Im Jahr 1910 war die Kinderzahl in der Heuerstorfer Schule (diese besuchten ursprünglich auch die Kinder aus Soltendieck) auf 100 angestiegen. Daraufhin verlangte die Regierung den Bau eines neuen Schulgebäudes in Heuerstorf. Die Gemeinde Soltendieck widersprach diesem Vorhaben, denn ein Großteil der Schulkinder stammte aus Soltendieck. Die Soltendiecker forderten die Errichtung eines Schulgebäudes in Soltendieck, wobei die Kinder aus dem Nachbarort Kattien mit einbezogen werden sollten. Die Regierung genehmigte das Vorhaben und die Ortschaften Soltendieck und Kattien bildeten eine Schulgemeinde.

Die Realgemeinde stellte einen Bauplatz zur Verfügung, eine ehemalige Sandkuhle, auf der ein Gebäude, der Schulhof und der Garten Platz fanden. Pastor Grauerholz berichtet, dass die Einweihung am 16. Oktober 1912 stattfand. Das Schulgebäude wurde durch den Architekten Warnecke aus Uelzen für 18500 Mark erstellt, wozu die Regierung das gesetzliche Baudrittel in einer Höhe von 6000 Mark beisteuerte.

Lehrer Buchholz begann den Unterricht mit etwa 50 Kindern aus Soltendieck und Kattien. Als er im Jahre 1926 nach Wieren versetzt wurde, trat Lehrer Heinrich Tamke die Nachfolge an. Er wurde etwa 1930 von Wilhelm Remmers abgelöst, der bis zum Kriegsende die Soltendiecker Schulkinder unterrichtete. Er starb am 31.12.1945 in Westfalen.


Lehrer Bucholz mit den Schulkindern, 1913


Die Schulkinder mit Lehrer Remmers in den 30er Jahren

Da die alte Schulchronik 1945 von den alliierten Truppen verbrannt wurde, liegen aus den ersten Jahren der Schule keine Aufzeichnungen vor. Ehemalige Schüler berichten aus ihren Er- innerungen an die Schulzeit in den dreißiger Jahren: Alle acht Jahrgänge, also die Klassen 1 bis 8, wurden in einem Klassenraum unterrichtet, allerdings begann der Unterricht für die "Großen" früher, die "Kleinen" kamen später hinzu. Die Jungen saßen an der Fensterseite, die Mädchen an der anderen Seite des Mittelganges. Die Viererbänke waren so konstruiert, dass die Sitzflächen für alle vier Schüler gleichzeitig nach vorn beziehungsweise nach hinten geschoben werden konnten. Das war oft ein Anlass für Streitigkeiten. Wollte ein Schüler von den inneren Plätzen aus der Bank gehen, so musste der Schüler am Ende der Bank aufstehen und zur Seite treten.

Nach der Kapitulation im Mai 1945 fand zunächst kein Unterricht statt. Am 1. September 1945 beauftragte die Bezirksregierung Lüneburg den Hauptlehrer Otto Freiwald mit der Verwaltung der Schule in Soltendieck. Durch den Zuzug von Flüchtlingen war die Kinderzahl auf 124 angestiegen, für die ein Lehrer zuständig war. Trotz aller Schwierigkeiten waren die Eltern froh, dass der Unterricht wieder begann. Die Kinder wurden allerdings auch zum Sammeln von Heil- kräutern und Vogelbeeren eingesetzt. Die Thielitzer Kinder, die zur Schule Müssingen gehörten, blieben der Schule wegen der Gefährdung durch die Grenznähe fern. Die Gemeinde Thielitz beantragte die Einschulung in die Soltendiecker Schule. Trotz des Müssinger Protestes wurde dem Antrag stattgegeben, so dass ab 17.12.1945 17 Kinder aus Thielitz die Soltendiecker Schule besuchten.


Lehrer Freiwald mit den unteren Jahrgängen, 1948/49

Ab 1. Juni 1946 unterrichtete Ernst Mühlberger als 2. Lehrer in Soltendieck. Als Lehrer Freiwald im Zuge der Entnazifizierungsmaßnahmen im Dezember 1946 entlassen wurde, unterrichtete Lehrer Mühlberger zunächst allein, bis im Februar 1947 Wilhelm Denning die Schulleitung übernahm. Im August 1947 stürzte Lehrer Mühlberger von der Bodentreppe und wurde dienstun- fähig. Frau Charlotte Freiwald übernahm die Vertretung. Am 1.9.1949 wurde Otto Freiwald wieder mit der 1. Lehrerstelle betraut.

Im Jahr 1949 wurden 173 Schüler in vier Klassen aufgeteilt, von denen jeweils zwei vormittags und zwei nachmittags unterrichtet wurden. Die 3. außerplanmäßige Lehrerstelle wurde dem Mittelschuldirektor a.D. Max Bärwinkel übertragen. Im April 1949 entschloss sich der Schulvor- stand zum Neubau eines Schulpavillons.

Kattien beantragte im Januar 1950 die Ausgliederung aus dem Verband, weil man in Kattien eine eigene Schule errichten wollte. Lehrer Freiwald führte lange und intensive Verhandlungen, um die Kattiener von diesem Plan abzubringen, letztlich mit Erfolg. Im April 1950 begann man nun endlich mit dem Bau eines Schulpavillons für zwei Klassen, einem Küchenraum für die Berufs- schule und einem Flur. Das Gebäude wurde im Schulgarten an der Bockholter Straße, der späteren Schulstraße, errichtet. Zwischen den beiden Räumen wurde eine Harmonikatür ange- bracht, so dass nun für die Schulfeiern und Gottesdienste ein großer Raum zur Verfügung stand.

Am 1.8.1950 übernahm der Hauptlehrer z.W. Hermann Titz die 3. Lehrerstelle und Max Bärwinkel die 2. Lehrerstelle, da Lehrer Denning ausschied. Der Schulverband ließ den Bodenraum über der Klasse im alten Schulhaus zu einer Wohnung für Lehrer Titz ausbauen. Als Max Bärwinkel im Mai 1952 nach Bodenteich versetzt wurde, musste, wie schon so oft, Charlotte Freiwald einspringen. Frau Titz übernahm den Handarbeitsunterricht für die Mädchen. Ein halbes Jahr unterrichtete Fräulein Sonja Roth in Soltendieck. Als sie 1955 fortzog, wurde die 3. Stelle nicht mehr besetzt. Dadurch musste sich auch Hauptlehrer Freiwald versetzen lassen, denn bei nur zwei Lehrkräften an einer Schule konnte der Schulleiter nicht Hauptlehrer sein. Frau Freiwald übernahm zunächst die Vertretung. Am 1.1.1956 bekam Hermann Titz die erste Lehrerstelle, zweiter Lehrer wurde im Angestelltenverhältnis Gerhard Schachtsick. Der Schulverband wurde in einen Schulzweckverband, unter dem Vorsitz von Bürgermeister Otto Fabel, umgewandelt.

. . . wird fortgesetzt!

Quelle: Soltendieck, Eine Dorfgeschichte von Horst Nimtz
Bilder: Schulchronik

 

 

 

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